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Aktionsplan sichert Schwimmfähigkeit: Wassersportjugenden begrüßen SMK-Beschluss

Die Jugendorganisationen der deutschen Wassersportverbände, darunter auch wir als Deutsche Kanujugend im Deutschen Kanu-Verband, begrüßen den jüngsten Beschluss der Sportministerkonferenz (SMK), einen „Nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports“ zu erarbeiten. Besonders positiv sehen wir, dass darin die Sicherstellung der grundlegenden Schwimmfähigkeit ausdrücklich als zentrales Ziel benannt wird.

Schwimmen gilt seit Langem als unverzichtbare Grundkompetenz für Sicherheit, Teilhabe und sportliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – ganz besonders aber auch für den Kanusport und andere Wassersportarten. Dennoch können in Deutschland Umfragen zufolge weniger als 40 Prozent der Kinder nach Abschluss der Grundschule sicher schwimmen, was sowohl ihre Sicherheit als auch unsere Nachwuchsbasis im Breiten- und Leistungssport gefährdet.

Hinzu kommen ein erheblicher Sanierungsstau bei den Schwimmbädern sowie Kurs-Wartezeiten von bis zu drei Jahren infolge der Pandemie, die das Problem weiter verschärft haben. In vielen Regionen fehlen funktionsfähige Schwimmbäder, ausreichende Wasserzeiten für Kurse und Vereine sowie bezahlbare Angebote, während verpflichtender Schulschwimmunterricht häufig gar nicht oder nur eingeschränkt stattfindet.

Nationaler Aktionsplan greift zentrale Forderungen auf

Mit dem Beschluss zur Initiierung eines Nationalen Aktionsplans verfolgt die Sportministerkonferenz das Ziel, Sport und Bewegung für junge Menschen bundesweit selbstverständlicher zu verankern. Zu den vorgesehenen Eckpunkten gehören eine tägliche Bewegungszeit nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, die Sicherstellung der Schwimmfähigkeit, eine stärkere Beratung von Eltern, ein verbessertes Monitoring der motorischen Entwicklung sowie systematische Talenterkennung und -förderung.

Wir sehen darin, verglichen mit unseren Forderungen sowie unserer Petition, erste Schritte in die richtige Richtung. Wie die dsj sind wir aber auch der Meinung, dass aus den politischen Zusagen nun rasch konkrete, ausfinanzierte Maßnahmen werden müssen – insbesondere mit Blick auf Schwimmbadinfrastruktur, Schulschwimmen und die Unterstützung der Vereine.

Denn ohne grundlegende Schwimmfähigkeit ist eine qualifizierte und sichere Ausbildung im Kanusport, Rudern, Segeln, Tauchen und weiteren Wassersportarten nicht möglich. Unsere Vereine tragen mit ihrem Ehrenamt bereits heute einen erheblichen Teil der Schwimmausbildung und der Nachwuchsförderung, stoßen aber ohne ausreichend Wasserflächen, verlässliche Finanzierung und enge Kooperation mit Schulen zunehmend an Grenzen.

Die Stärkung der Schwimmfähigkeit ist nicht nur eine Investition in den Kanusport, sondern auch ein wichtiger Schritt für die künftige „Olympische und Paralympische Generation“ in Deutschland. Nur wenn Kinder frühzeitig und flächendeckend schwimmen lernen, können Talente entdeckt, gefördert und langfristig im Sport gehalten werden.

Appell an Politik und Gesellschaft

Wie als Wassersportjugenden sowie die dsj begrüßen den von der Sportministerkonferenz ausgerufenen „Bewegungsruck“, machen aber deutlich, dass dieser nur gelingt, wenn neben den Sportministerien auch Bildungs-, Gesundheits- und Jugendressorts konsequent eingebunden werden. Wir fordern ein klares politisches Bekenntnis dazu, dass Schwimmen kein Luxusgut sein darf, sondern allen Kindern und Jugendlichen offenstehen muss.

Gleichzeitig rufen wir Sportverbände, Landesfachverbände und Vereine auf, die laufende Petition und unsere Forderungen aktiv zu unterstützen und öffentlich sichtbar zu machen. Unser Ziel ist es, aus der politischen Ankündigung eines Nationalen Aktionsplans konkrete Fortschritte zu machen – hin zu einem Deutschland, in dem jedes Kind sicher schwimmen lernen kann.

Erklärung: Was die Wassersportjugenden fordern

Wir, die Jugendorganisationen der Spitzensportverbände Schwimmen, Rudern, Segeln, Tauchen und Kanu vertreten gemeinsam rund 500.000 junge Menschen deutschlandweit. In unserem Positionspapier aus dem Frühjahr 2025 setzten wir uns für ein umfangreiches Maßnahmenbündel ein, um Kindern und Jugendlichen bundesweit einen verlässlichen Zugang zum Schwimmenlernen zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem ein Investitionsprogramm von Bund und Ländern für Neubau und Sanierung von Schwimmbädern, ein kostenfreier oder stark vergünstigter Schwimmbadbesuch für alle Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahre sowie die konsequente Umsetzung des Schwimmunterrichts an allen Schulen.

Außerdem fordern wir ein Kompetenzzentrum Schulschwimmen, das Schulen und Lehrkräfte fachlich und organisatorisch unterstützt, sowie die Aufnahme von Kennzahlen zur Schwimmfähigkeit in das bundesweite Bewegungsmonitoring des Robert Koch-Instituts. Ergänzend setzen wir uns für einen sicheren Zugang zu öffentlichen Gewässern mit Rettungsringen, Notrufsäulen und weiteren Sicherheitsvorkehrungen ein.

Laura Scheller

Laura ist seit 2020 im Jugendvorstand. Zunächst als Beauftragte, dann als Jugenddelegierte und seit 2023 als Vorstandsmitglied unter 27. Hauptthemen sind u.a. Finanzen/Haushaltsplan und Jugend-Netzwerktreffen.